Wir möchten sichere Radwege in Reinfeld!

Während des Stadtradelns fiel unseren Mitgliedern wieder einmal auf, wie unbequem und vor allen Dingen unsicher man sich in Reinfeld per Fahrrad bewegen muß. Ständig von zu dicht vorbeifahrenden Autos bedroht, muß man sich teils um tiefe Gullys oder sogar Schlaglöchern herumschlängeln.
Dass Eltern ihre Kinder dann auch lieber per Auto zur Schule bringen, anstatt sie radeln zu lassen, ist sehr verständlich. Für uns Erwachsene ist die jetzige Verkehrssituation sehr unangenehm, für Kinder dagegen regelrecht lebensbedrohlich.

Wir haben uns daraufhin viele Gedanken gemacht und auch Herrn Hinsch von der Ortsgruppe Bad Oldesloe des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) zu uns eingeladen, um die Reinfelder Situation zu besprechen.
Er hat uns in allen allen Punkten zugestimmt und sogar noch weitere Möglichkeiten der Verbesserung aufgezeigt.

Am 30. September 2019 haben wir deshalb beim Stadtentwicklungsausschuß offiziell unsere „Gedanken für sicheres Radfahren und sichere Schulwege in Reinfeld“ sowohl dem Vorsitzenden des Ausschusses, Herrn Dr. Weber, als auch allen Parteien sowie der Verwaltung überreicht, in der Hoffnung, dass zeitnah eine Verbesserung erfolgen wird.

Hier ist der – etwas ausgefeiltere – Text, den wir übergeben haben:

Gedanken für Sicheres Radfahren und sichere Schulwege in Reinfeld

Unsere Bürgerinitiative PRO Reinfeld hat Vorschläge für ein sicheres Rad- und Schulwegenetz in Reinfeld zusammengetragen. Herr Hinsch vom ADFC stand uns beratend zur Seite.
Grundsätzliches zur Gestaltung von Radwegen kann in der ERA (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen) nachgelesen werden.
Fördertöpfe für den Neu- und Ausbau von Radwegen sind vorhanden. Informationen hierzu kann man bei der Kreisklimabeauftragten Frau Reher erhalten.
In der Stadt Reinfeld wurde an vielen Gehwegen die Beschilderung, die eine Benutzungspflicht für Radfahrer vorschrieb, entfernt. Die Fahrradfahrer müssen sich nun die Fahrbahn mit dem LKW- und Kfz-Verkehr teilen. Die Benutzung des Gehweges durch Radfahrer ist verboten.
Allerdings ist es erlaubt, auf baulich erkennbaren Radwegen neben der Nutzung der Fahrbahn auch den erkennbaren Radweg zu nutzen.
Zum Beispiel ist auf der stadteinwärts führenden Seite der Straße Am Zuschlag noch der ehemalige Radweg abschnittsweise zu erkennen. Hier ist ein unsicherer Zustand für die Radfahrer, da der alte Radweg in Teilen genutzt werden darf und in anschließenden Abschnitten, wo der Radweg nicht mehr zu erkennen ist, ist die Nutzung verboten. Hier muss eine klare Regelung her.

1. Blick auf sichere Schulwege sowohl mit dem Fahrrad als auch zu Fuß

Die Situation an den genannten Beispielen zeigt, wie wenig Augenmerk die Verwaltung und sonstige zuständigen Stellen auf sichere Schulwege legen:
– Ahrensböker Straße
Der Gehweg ist in Höhe des Café Mocca auf größerer Länge unter 1 m eingeengt und dazu häufig noch zugeparkt (z.B. Fahrzeuge Anlieferung von Waren, Taxen etc.. Zu dem droht der unbefestigte Weg zuzuwachsen und ist mit Schlammlöchern geziert.
– Paul-von-Schoenaich-Str.
Es fehlt ein Fußgängerüberweg zum sicheren Überqueren der Straße. Durch parkende Autos ist die Sicht auf den Straßenverkehr für kleine Personen und besonders für Kinder, die hier die Straße im Bereich der Kreissparkasse überqueren müssen, kaum möglich.
– Segeberger Straße/Hamburger Straße
In diesem Bereich gibt es keine Möglichkeit die Straße sicher geführt zu überqueren, zumal die Straße hier sehr breit und unübersichtlich ist.
– Marktplatz
Der Gehweg von der Marktstraße zur MCS wird immer wieder von den Elterntaxis zugeparkt. Es bleibt kein Platz für Kinder, die den Gehweg benutzen müssen. Hier besteht eine Rücksichtslosigkeit der Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen gegenüber den Kindern, die den Schulweg zu Fuß und meist ohne Eltern bewältigen. Besonders freitags, wenn Markt ist, wird die Rücksichtslosigkeit und die Verkehrsgefährdung für Fußgänger größer.

2. Wie stellen wir uns sichere Radwege vor?

Zur sicheren Nutzung der Fahrbahnen auf den Hauptverkehrstraßen halten wir gekennzeichnete Schutzstreifen auf den Fahrbahnen für unabdingbar. Dies hat allerdings zur Folge, dass hier Autos nicht mehr parken können. An folgenden Sraßen halten wir Schutzstreifen für notwendig:
– Heckkaten – Bolande – Segeberger Straße
– Weizenkoppel
– Am Zuschlag – Mahlmannstraße
– Paul-von-Schoenaich-Straße – Bahnhofstraße – Kreisverkehr
– Holländer Koppel
– Barnitzer Straße – Im Weddern-
– Feldstraße – An der Autobahn
hier halten halten wir Radwege für dringend notwendig, da hier die Verkehrsstärke vor allem nach Fertigstellung der Straßenüberführung über die Bahn  entsprechend groß ist.
(Die ERA sieht bei 50 km/h auf der Straße bei mehr als 1000 Fahrzeuge pro Stunde eine Trennung von Kfz- und Radverkehr vor. Auf der Feldstraße sind nach Fertigstellung der Brücke mehr als 10.000 Fahrzeuge vorhanden. In Spitzenlasten auch mehr als 1.000 KFz in der Stunde.)

3. Radwege mit Blick auf den Tourismus

An der B 75 ist zwischen dem Kalkgraben und der Voßfelder Straße kein Radweg vorhanden. Durch entsprechend Beschilderung wird seit wenigen Wochen der Radfahrverkehr über den Kalkgraben, die Heimstättenstraße, den Eichberg, den Lokfelder Damm über den Bahnübergang mit Treppenaufstieg und Umlaufsperren zur Voßfelder Straße geführt. Potente Gäste in der Stadt Reinfeld werden so sehr stiefmütterlich behandelt und an der Stadt vorbeigeführt. Einerseits beklagen Reinfelder Politik und Verwaltung das Fehlen von Publikum in der Stadt, andererseits tun sie aber alles, um Tagesgäste aus der Stadt fern zu halten.
Eine Alternativstrecke, die Tagesgäste in die Stadt führt, kann sein:
– Vom Kalkgraben bis einschließlich Hamburger Straße (hier kann die Bäckerei Rohlfs die erste Station für einen Kaffee sein)
– über die Klosterstraße zur Seepromenade (eine weitere Rastmöglichkeit mit Fischbrötchen am Fischhaus ist möglich),
– weiter über die Matthias-Claudius-Straße und Paul-von-Schönaich-Straße (Eisdiele, Junge, Markant sind weitere Stationen die mit Erfrischungen aufwarten können),
– vom Kreisverkehr bieten sich zwei Möglichkeiten:
1. Über die Mahlmannstraße und Zuschlag zurück zur B 75 oder
2. Über Bischhofsteicher Weg, Altenfelder Weg und Bruhnkaten nach Ratzbek zur B 75.

Über eine Aufladestation für e-Bikes in der Nähe der Sparkasse würden sich nicht nur der Radler freuen. (Dies kann zusätzliche Gäste für Eisdiele und Junge mit sich bringen)

4. Visionen Radwege in Reinfeld

Fahrradstrassen
Die Verbindung Schuhwiesenweg – Pasewerk wird von zahlreichen Autofahrern als Schnellstraße und Abkürzung nach Dahmsdorf genutzt. Diese Straßen sind dazu prädestiniert dass sie als Fahrradstrasse umgewandelt werden. Sie sind dann nur noch für Anlieger offen (dazu zählen selbstverständlich auch Besucher). Die Anwohner sind sicherlich auch dankbar, wenn der Verkehr abnimmt. Dies ist nur in Kooperation mit dem Amt Nordstormarn möglich.

Neue Fahrradwege:
Für die Naherholung und Stärkung des Fremdenverkehrs schlagen wir vor, Fahrradwege neu auszubauen bzw. zu kennzeichnen (Beschildern):
– Von der Segeberger/Hamburger Straße über die Dröhnhorst, auf dem vorhanden Wanderweg (Jakobsweg, Stormarnweg) bis zum Wald. Im Wald auf dem nicht ausgebautem Waldweg im südl. Bereich des ausgebautem Weg im Wald und dann weiter auf diesem Weg bis Hasenkrug an der B 75 ( diese Strecke muss in großen Abschnitten als Radweg hergestellt werden)
– Von der Bolande entlang des Waldrandes zum vorgenannten Wanderweg (Jakobsweg, Stormarnweg)
– Von der Bolande durch den Forst Fohlenkoppel bis zur Landstraße, von dort durch den Forst Heidekamper Wohld zur Heilsaustraße in Heidekamp (Die Wege sind bereits vorhanden, sie müssen nur ausgeschildert werden)
– vom Stavenkamp bis zum Bischofsteicher Weg auf dem vorh. Weg zwischen der Bebauung und dem Wald (ehemalige Trasse der geplanten Ostumgehung)
– vom Altenfelder Weg zur Grootkoppel (der Weg muss instand gesetzt und beschildert werden)
– Alternativstrecke vom Kalkgraben zur Lokfelder Straße;
vom Kalkgraben entlang der B 75 bis zum Weg zur Kläranlage,
von dort auf dem vorhandenen Weg zur Raststätte Trave,
von hier aus auf einem neu zu errichtenden Weg zum Wirtschaftsweg Voßfelde und weiter zur Lokfelder Straße.

Wir bitten die Reinfelder Verwaltung und Politik, Maßnahmen einzuleiten, die das Radfahren sicherer machen!

Anlegen von Schutzstreifen.

Sie sind erheblich sicherer als Radwege. Radfahrer werden besser gesehen, da sie sich auf der Fahrbahn befinden und nicht ggf. unerwartet vom Radweg auf die Fahrbahn einscheren.
Bei einer Fahrbahnbreite von 5,75 Meter kann einseitig ein Schutzstreifen angelegt werden.
Bei einer Fahrbreite von 7,00 Meter dann beidseitig.
Wenn nur einseitig, ist es ratsamer, diesen bergan anzulegen.
Alle von uns nachgemessenen Straßen haben eine Fahrbahnbreite von über 5,75 Meter, sind also für mindestens einen Schutzstreifen gut geeignet.

Straßen, in denen unseres Erachtens Schutzstreifen erforderlich sind:

Neuer Garten
Kalkgraben
Klosterstraße
Hamburger Straße
Segeberger Straße
Steinhöferstr. Höhe Beginn Klostermauer
Matthias-Claudius-Straße
Ahrensböker Straße
Elschenbek
Bischofsteicherweg
Bahnhofstraße
Paul-von-Schoenaich-Straße
Mahlmannstraße
Zuschlag

Wir beantragen die Bildung eines Arbeitskreises entsprechend dem Beispiel Bad Oldesloe mit Beteiligung der Verwaltung, Politik, ADFC, Jugend- und Behindertenbeirat, Verkehrsaufsicht etc. und der Bürgerinitiative PRO Reinfeld.
Der Oldesloer Arbeitskreis hat erreicht, dass ein Radwegeverkehrskonzept von einem Planungsbüro erstellt wurde. Einiges ist in Bad Oldesloe schon umgesetzt, z.B. Schutzstreifen.
Dies sollte doch auch in Reinfeld möglich sein.

Ein Traum von Radweg – irgendwann mal an unserer B75 ?

 

Share and Enjoy !

0Shares
0 0

Top