Naturschutz ganz klein geschrieben

Zum zweiten Mal wurde man beim Stadtentwicklungsausschuss sehr von unserer Politik überrascht.
Am 09. Juni ging es nochmals um das geplante Bauvorhaben am Schwarzen Teich, bei dem vom Investor geplant ist, den vom Naturschutzgesetz vorgeschriebenen Uferschutzstreifen von 50 Metern stark zu beschneiden.

Schon während der Einwohnerfragestunde machten einige Bürger ihre Empörung über besonders die Grünen sehr deutlich, weil sie beim letzten Ausschuss so sehr investorenfreundlich abgestimmt haben. 

Bei der Diskussion über diesen Tagesordnungspunkt durfte erst der Investor in Länge für sein Projekt werben – nicht ohne Drohung, die neuen Wohnungen würden eben nicht gebaut, wenn man an seinen Plänen etwas ändern würde.

Als nächste wurde Frau Stresius gehört, die sowohl als Vorsitzende des NABU Nordstormarn, als auch als Wissenschaflerin vom Fach sprechen konnte.
Und genau dann schlug die Technik wieder zu: gerade bei den wichtigsten Passagen ihrer Einlassung versagte der Ton!
Zu verstehen war allerdings, dass dieser Eingriff in den geschützten Naturraum eine ökologische Katastrophe sei.
Außerdem würde die geplante Ausgleichsfläche in Wulmenau(!!), eine Streuobstwiese, ja wohl kaum ein adäquater Ausgleich für die jetzt bedrohten Tierarten am Teichrand sein.
Zudem würde der geplante, undurchlässige Zaun am Ufer eine weitere Verschlimmerung der Lage der Tiere darstellen, weil sie dann gar nicht mehr an das Ufer, bzw. von dort weg kämen.

Bei der folgenden Diskussion zeigte sich einzig die SPD am Naturschutz interessiert.
Der Ausschussvorsitzende, Dr. Weber, versuchte mit allen argumentativen Mitteln, den Ausschuss davon zu überzeugen, dass dieses Bauvorhaben einen unheilbaren Schaden am Naturraum Uferbereich anrichten würde.
Der laut Naturschutzgesetz geforderte Mindestabstand sei auch gut einzuhalten, wenn man lediglich die geplanten Gebäude etwas versetzen würde.

Der Bürgervorsteher Gerd Herrmann war der Meinung, der geplante Zaun -angeblich zum Schutz des Ufers- sei lediglich eine Beruhigungspille.

Selbst der als Zuschauer anwesende Fraktionsvorsitzende der SPD, Herr Hanf, machte per Chat gute Argumente geltend. Er fragte zum Beispiel, wem denn die geplante Ausgleichsfläche gehöre? (Sie gehört dem Investor – an dessen Wohnort!) Und er machte deutlich, dass es nun so geplant sei, dass unserer Natur in Reinfeld ein Schaden entstünde, der aber an ganz anderer Stelle ausgeglichen werden solle.

Leider waren sämtliche anderen Ausschussmitglieder keinerlei Argument zugänglich.

Im Gegenteil, die Grünen drohten unterschwellig mit der Bebauung unserer Außenbezirke (gemeint war sicherlich die Dröhnhorst, unser letztes Naherholungsgebiet, mit vielen Biotopen), wenn dieses Bauvorhaben nicht genau wie vom Investor gewünscht genehmigt werden würde.

Und so wird wieder mal ein Stück unersetzliche Natur dem Geld geopfert.

 

Die Zerstörung hat begonnen. Schon Ende letzten Jahres wurden Bruthöhlen verschlossen und damit begonnen, den Uferbereich zu verkleinern.

 

 

 

 

 

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