Notizen aus dem Stadtentwicklungsausschuß 25.03.19

Selbstverständlich war Pro Reinfeld bei der gestrigen Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses.
Auch wegen unserer Nachfragen können wir einige interessante Dinge erzählen.

Zunächst zum geplanten Radweg zwischen Gasthof Kalkgraben und Lidl, an der B75 entlang.

Laut Vorsitzendem des Bauausschusses, Herrn Hartwig (CDU), ist ja der neue Radweg praktisch schon so gut wie gebaut.
Aber ganz im Gegenteil, das Land konnte bislang keine akzeptablen Verträge bieten. Unter Umständen würde die Stadt Reinfeld auf sämtlichen Planungskosten usw. sitzenbleiben und dann immernoch keinen Radweg haben.
Schade, schade, dass auch Kommunalpolitiker vollmundige Versprechen machen, ohne sie auch nur im Ansatz halten zu können.
Und doppelt schade, dass Radwanderer – oder Reinfelder, die umweltfreundlich zum Einkaufen fahren möchten, entweder den langen Umweg durch die Stadt, oder sehr gefährlich auf der B75 fahren müssen.
Es gibt noch nichtmal ein Zeitfenster für den Bau. Es gibt gar nichts. Klimaschutz läßt grüßen.

Dann wurde die Wohnraumanalyse Teil 1 vorgestellt.

Laut Prognosen sind bis zum Jahr 2030 etwa 10 bis 30 Hektar nötig – allerdings wäre es nicht nötig, dafür neue Flächen zu versiegeln. Dank der Innenstadtverdichtung und Umsiedelung einiger großer Betriebe können deren Flächen zukünftig für Wohnraumbebauung genutzt werden.
Das ist eine großartige Nachricht! (Hoffentlich hat nicht doch irgendjemand die Dollarzeichen in den Augen und will doch irgendwann weitere Naturfläche zubetonieren…)
Teil 2 der Wohnraumanalyse, mit dem Thema „Welche Flächen stehen wo noch zur Verfügung“, wird bei der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses vorgestellt.

Zum Thema Verkehr

Schon jetzt rollen laut einer Erhebung täglich durchschnittlich 10.900(!) Fahrzeuge durch die Straße am Zuschlag.
Laut Prognosen wird sich diese Zahl bis zum Jahr 2030 noch um etwa 4,3% bei den PKWs, und sogar 11% beim Schwerlastverkehr erhöhen.
Der Knotenpunkt Feldstraße, B75 und Nordstormarnstraße ist durch die ungünstige Schaltung der Ampeln schon jetzt nicht mehr leistungsfähig genug.
Durch den Bau der großen Brücke rollt diese Blechlawine dann durch die kleine Bahnhofstraße und durch den Kreisel.
Radfahrer und Fußgänger sollen sich dann eine gesondert angehängte Brücke und die Fahrstühle am Bahnhof teilen.

Dann die Stellungnahme der Stadt Reinfeld zum neuen Landesrahmenplan, Planungsraum III. (Auch die Dröhnhorst!)

Zum deutlichen Mißvergnügen der CDU-Fraktion, hatten sich die anderen politischen Fraktionen getroffen und die Idee eines „grünen Ringes“ um Reinfeld herum entwickelt. Außerdem würden sie auch gerne größere Teile vom Wald Fohlenkoppel zum Naturwald umwidmen. Teile der CDU finden das Konzept eines Naturwaldes nicht gut. Immerhin kann man doch wunderbar Geld mit dem geschlagenen Holz verdienen.
(Wer schon einmal als Naturfreund durch die Fohlenkoppel gewandert ist und die Verwüstungen gesehen hat, die dort teils angerichtet werden, teilt vielleicht nicht uneingeschränkt die Freude über das Geld. Dem normalen Erholungssuchenden macht es mehr Freude, ins lebendige Grün zu gucken und nach dem dort lebenden Rotwild zu schauen.)
Die CDU möchte jedenfalls Naturschutz und grüne Ringe lieber Fachleuten (wie z.B. den Landwirten) überlassen. Trotzdem wurde der Antrag von SPD, WIR und den Grünen gegen die Stimmen der CDU angenommen – die Stadt Reinfeld schlägt dem Land vor, ein bißchen grüner und naturnäher zu werden.
Für Menschen, die ihren Kindern mal ein paar Tiere und natürlich gewachsenes Land zeigen möchten, ist das eine sehr gute Entscheidung. Für den Erholungswert der Stadt und für die eigenen Bürger sowieso.
Hoffentlich stimmt das Land dem zu!

Zu dieser Sitzung gibt es auch einen Artikel in den Lübecker Nachrichten:
http://www.ln-online.de/Lokales/Stormarn/Reinfeld-schafft-neuen-Wohnraum

Man beachte die Aussage Herrn Webers auf die Frage zur Dröhnhorst: Man müsse nicht glauben, dass Reinfeld weitere große Bauprojekte im Außenbereich brauche, die nicht nur große Flächen versiegele, sondern auch zur Zerstörung von Landschaft und Natur führen würden!

Die SPD, die WIR und Die Grünen in Reinfeld scheinen vielleicht doch zu einer Generation von Politikern zu gehören, die die Zeichen der Zeit erkannt haben, die erkannt haben, dass „unendliches Wachstum“ einen unendlich hohen Preis kostet.

 

 

 

 


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