Radeln für Reinfeld – Halbzeit

Wir haben Halbzeit beim Stadtradeln, vielleicht kann ich eine kleine -persönliche- Zwischenbilanz ziehen.
Ich selber bin Radelanfängerin, ganz im Gegensatz zu etlichen Mitgliedern des Teams. Vielleicht staune ich deshalb noch so sehr über viele, den anderen sehr vertraute Dinge.
Zum Beispiel darüber, wie wirklich wunderschön die gesamte Landschaft um Reinfeld herum ist. Ganz schmale, wenig befahrene Straßen schlängeln sich an Weiden, Teichen und vielen Feldern vorbei, über sanfte Hügel und durch kleine Wälder. Dieses Land ist ein Schatz.

Mir fällt auch auf, wie viele, viele Radfahrer unterwegs sind. Richtige Radsportler, Familien mit Kindern, Pärchen, aber auch viele Senioren, die dank ihrer Pedelecs problemlos auch die etwas abgelegeneren Stellen erreichen können. Und alle wirken außerhalb der Stadt sehr zufrieden.

Vielleicht bin ich bislang die falschen Strecken gefahren, aber ich habe bislang nur genau 1 Blühstreifen an einem Feld gesehen. Nichtmal die Ackerrandstreifen sind bunt, da steht nur langweiliges, hohes Gras. Wie sollen die Bienen und andere Insekten dort etwas zu fressen finden??

In Reinfeld selbst fallen einem -wenn man es geschafft hat, die Rad-Schleichwege zu entdecken- etliche alte, schöne Häuser auf. Meist liebevoll in Schuß gehalten, mit alten Rosensträuchern bewachsen oder in verwunschen wirkenden Gärten.
Es gibt noch ganz alte Fotos von Reinfeld, auf denen man sieht, dass dies hier früher eine regelrechte Gartenstadt war, mit viel Grün und wenig Verkehr. Von dieser gesunden Beschaulichkeit ist leider durch die stadtplanerische “Modernität” der sechziger und siebziger Jahre, die vieles von dem Charme und der Lebensqualität dem Autoverkehr geopfert hat, wenig übriggeblieben.
Menschen, die jetzt mit dem Auto auf den Hauptverkehrsstraßen durch Reinfeld fahren, sehen nur eine 08/15 Kleinstadt mit viel Verkehr und können vielleicht nur mal einen kurzen Blick auf den Herrenteich erhaschen. Für die durchfahrenden Radfahrer bedeutet Reinfeld in erster Linie eins: Streß.
Möchten Radwanderer von Bad Oldesloe kommend weiter nach Lübeck, haben sie die schöne Wahl zwischen der lebensgefährlichen B75, und dem Weg durch die Stadt, auf dem sie sich auf stark befahrenen und meist recht steilen Straßen irgendwie gegen dicht vorbeifahrene Autofahrer behaupten müssen. Und die Autofahrer ihrerseits haben oft ihre Mühe, irgendwie unfallfrei an den Radlern vorbeizukommen. Auch für sie ist das stressig und nervig.

Mein persönliches Halbzeitfazit ist, dass ich zukünftig viel öfter Ausflüge und Einkäufe mit dem Rad mache. Aber auf Schleichwegen.

I.L.


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